Messdiener


Teil 1

von Pastor Klaus Jansen
 

Liebe Christen,

Gerade komme ich von einer Probe mit unseren kleinsten Messdienern. Sie bereiten sich auf den Dienst vor und üben zur Zeit noch an der Aufnahmefeier. Es sind 18 Mädchen und Jungen, und es macht mir Freude zuzusehen, mit welcher Freude sie dabei sind. Bei manchen stellt sich mir allerdings die Frage, ob sie lange ihren Dienst tun werden. Sie haben nur wenig Kontakt mit der Kirche, die Eltern unter­stützen sie - so habe ich den Eindruck - wenig. Werden sie bleiben, wenn der Halt der Grundschule weggefallen ist? Ich hoffe es.
Bei meinen Besuchen höre ich immer wieder einmal, dass mir jemand sagt: "Ja, Messdiener war ich natürlich auch." Aber - das ist lange her, und der Kontakt zur Kirche, zur Pfarrgemeinde ist - aus welchen Gründen auch immer - abgebrochen. Diese "Dienst-Zeit" als Messdiener ist allerdings noch in Erinnerung.

Wir Ratheimer haben eine große Gemeinschaft von Mädchen und Jungen und Jugendlichen, die den Dienst am Altar versehen, insgesamt etwa 80 Mitglieder. So unterschiedlich sie sind, so verbindet sie doch der gemeinsame Dienst am Altar. Hier hören sie Gottes Wort, empfangen das heilige Brot Christi und helfen dem Priester, den Gottesdienst zu feiern. Ob da nicht manches hängen bleibt? Ob nicht die Gewöhnung an den Raum der Pfarrkirche, des HdB oder der Josefskapelle in Altmyhl bei den jungen Leuten bleibende Eindrücke hinterlässt?

Ich möchte den Messdienerinnen und Messdienern unserer Pfarrgemeinde an dieser Stelle einmal ganz bewusst auch im Namen der Pfarrgemeinde meinen Dank für ihren Einsatz sagen; selbstverständlich ist das nicht. Ich danke den vielen Eltern, die mit dafür sorgen, dass die Mädchen und Jungen pünktlich zur Stelle sind.
Möge die Gemeinschaft unserer Messdiener wachsen, mögen die jungen Menschen im Glauben froh und stark werden und ihre Überzeugung ausstrahlen.

Ihnen und Euch allen wünsche ich für die kommenden Tage der Heiligen Woche ein gutes Erfahren der Nähe unseres Gottes.
 


Teil 2

von Elmar Dahmen
 

Ein ehemaliger Messdiener schreibt:

Schon als kleines Kind war bei mir während des Gottesdienstes die Unruhe spätestens dann verloren, wenn zur Wandlung geläutet wurde. Kelch und Hostie waren einfach zu spannend. Direkt am Ort des Geschehens zu sein, das wäre es doch. gewesen!

Vom damaligen Kaplan Wintz nach der ersten Kommunion angesprochen, war es dann soweit! Natürlich war der "Dienst am Altar" zwischen den "Kolossern" und "Wir bitten dich, erhöre uns" nicht jedes Mal der absolute Hit; aber ein kleiner Streich, ein Missgeschick oder ein unterdrücktes Lachen hatten oft schon abenteuerlichen Charakter.
Mehr noch. Die wöchentliche Gruppenstunde, die Ostereiersammlung und letztlich die unzähligen Ausflüge und Fahrten stellten immer neue Höhepunkte dar. Und auch als "Älterer" in dieser Gruppe hatten verantwortungsvollere Aufgaben ihre Reize.

Was bei der Addition jedoch bleibt: Unzählige Kontakte mit ihren Höhen und Tiefen, einige unvergessliche Messdienerfahrten, Nachtwanderung und Schnitzeljagd und ein Hauch von Mystik haben in mir einen Teil einer Lebensfreude geschaffen, von der ich heute noch zehre, auch wenn ich dabei die Sanduhr nur für einen kurzen Augenblick einmal umdrehe.
 


Teil 3

von Michael Errens
 

Messdiener in St. Johannes der Täufer ‑ lange ist es her!?

Damals als neunjähriger Steppke war es schon eine tolle Sache, vom damaligen Kaplan nach der Erstkommunion angesprochen zu werden, als Messdiener einzusteigen. Von da an hatte man wenigstens manchmal die Nase vornan und stand mitten im Geschehen des Gottesdienstes und war sich bewusst, ein Baustein der Gemeinde zu sein.

Vielleicht war für andere auch - für mich aber auf jeden Fall - der Dienst am Altar, waren die Messdienerstunden und Fahrten nur ein Einstieg in die kirchliche Jugendarbeit überhaupt. Gemeinsam mit Freunden habe ich dann in den kommenden Jahren erlebt, welche Möglichkeiten wir als Jugendliche in der Pfarrgemeinde hatten, etwas aufzubauen. Wir haben dabei gelernt, Verantwortung zu übernehmen und diese dann auch zu tragen; wir haben Konflikte mit den Erwachsenen in der Gemeinde durchgestanden und Schwierigkeiten gemeistert, und wir haben erlebt, etwas aufzubauen und dafür auch Anerkennung zu bekommen. Dies war bestimmt für jeden von uns für seine persönliche Entwicklung verschieden wichtig, aber gemeinsam hatten wir das Gefühl, an der Pfarrgemeinde mitzubauen.

Dann kam die Zeit, wo andere unseren Platz einnehmen mussten, und viele von uns "alten Jugendlichen" gingen ihre Wege in den Beruf oder ins Studium. Manchmal findet man heute noch eine kleine Truppe in der letzten Bank des Seitenschiffes im 10.30 Uhr-Gottesdienst. Dort ist bis heute unser Platz im Gottesdienst. Aber auf die Frage nach meinem Platz in der Gemeinde habe ich längst nicht mehr eine so klare Antwort wie damals in den "guten alten Zeiten".

Man müsste doch den Anschluss wieder finden können jetzt als "junger Erwachsener" - und nicht erst als Brautpaar oder als Eltern von einem Täufling oder Erstkommunionkind!

Vielleicht sind diese Gedanken und Erinnerungen im Pfarrbrief auch ein Anfang!!!

(aus dem Pfarrbrief Ostern 1991)



Pfarrgemeinde St. Johannes d.T. Ratheim 

und unsere Gemeinschaft der Gemeinden